Führersch. ab 17

Führerschein ab 17 „Begleitetes Fahren“

Die Einführung des Führerscheins ab 17 „Begleitendes Fahren“ in Hessen erfolgte zum 1.10.2006

Voraussetzungen zur Teilnahme:

1.) Mindestalter 17 Jahre für die Erteilung der Klassen B, BE

2.) Zustimmung durch den Erziehungsberechtigten (schriftlich)

3.) Normale Ausbildung mit abschließender Prüfung.

Ablauf:

Beginn der Ausbildung mit 16 ½ Jahren.

Theorie Prüfung max. 3 Monate vor dem 17. Geburtstag und Praxisprüfung max. 4 Wochen vorher. Aushändigung der Prüfbescheinigung erfolgt erst mit dem 17. Geburtstag.

Mit Übergabe der Prüfbescheinigung beginnt auch die normale 2jährige Probezeit zu laufen.

Auflagen:

Von der Prüfbescheinigung darf nur Gebrauch gemacht werden, wenn ein namentlich benannter Begleiter im Fahrzeug anwesend ist.

Die Prüfbescheinigung berechtigt nicht zu Fahrten ins Ausland.

Besonderheiten:

Mit Vollendung des 18. Lebensjahres darf ohne Begleiter gefahren werden. Die Prüfbescheinigung verliert jedoch 3 Monate nach Vollendung des 18. Lebensjahres ihre Gültigkeit. Bis dahin muß der Kartenführerschein beantragt und ausgehändigt sein.

Mit der Prüfbescheinigung dürfen auch Fahrzeuge der Klasse L, M und S ohne Begleiter gefahren werden. Dafür kann auch der Kartenführerschein beantragt werden wenn mit diesen Fahrzeugen im Ausland gefahren werden soll.

Anforderungen an den/die Begleiter/in

Der oder die Begleiter/innen müssen namentlich benannt und in die Prüfbescheinigung (Fahrerlaubnis) des Bewerbers eingetragen werden.

Begleitende Person kann nur werden, wer folgende Anforderungen erfüllt:

1.) Mindestalter 30 Jahre

2.) Seit mindestens 5 Jahren im Besitz der Fahrerlaubnis Klasse 3 (alt) oder Klasse B.

3.) Der Führerschein muß während des Begleitens mitgeführt werden.

4.) Zum Zeitpunkt der Erteilung der Prüfbescheinigung darf der Begleiter nicht mit mehr als 3 Punkten in Flensburg geführt werden. Der Begleiter hat die Möglichkeit durch rechtzeitige freiwillige Teilnahme an einem Aufbauseminar (ASP) bis zu 4 Punkte abzubauen.

Die Fahrerlaubnisbehörde prüft, ob diese Voraussetzungen gegeben sind.

Der/die Begleiter/in darf diese Funktion nicht ausüben, wenn er/sie:

1.) 0,25 mg/l oder mehr Alkohol in der Atemluft oder 0,5 Promille oder mehr Alkohol im Blut hat

oder

2.) unter der Wirkung eines in der Anlage zu § 24a StVG genannten berauschendes Mittels steht

(z.B. Drogen aber auch Medikamente, wenn sie wegen Krankheit eingenommen werden

müssen).

Die Aufgaben des Begleiters, der Begleiterin:

Der Begleiter soll vor und während der Fahrt (soweit die Umstände der jeweiligen Fahrsituation es zulassen) ausschließlich als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, mit dem Ziel, dem Fahranfänger Sicherheit bei der Führung des Kraftfahrzeuges zu vermitteln.

Die begleitende Person soll Rat erteilen oder kurze Hinweise geben.

Auflagenverstöße und ihre Folgen für den Fahranfänger

1. Fahren ohne Begleiter

Widerruf der Fahrerlaubnis der Klasse B, BE

2. Fahren mit einem Begleiter mit mehr als 0,5 Promille oder unter Drogen stehend.

Widerruf der Fahrerlaubnis der Klasse B, BE

3. Fahren mit einem Begleiter der seinen Führerschein nicht mitführt.

Widerruf der Fahrerlaubnis der Klasse B, BE

4. Fahren mit einem Begleiter der seinen Pflichten nicht nachkommen kann.

Widerruf der Fahrerlaubnis der Klasse B, BE

Dem Begleiter kann folglich nicht viel passieren, diese Regelungen stellen für ihn keine Ordnungswidrigkeit dar, sondern sie werden dem Fahranfänger zugerechnet. Somit hat dieser auch die negativen Folgen zu tragen.

Wird die Fahrerlaubnis aus den oben genannten Gründen widerrufen, so kann eine neue Fahrerlaubnis erst nach Teilnahme an einem Aufbauseminar und erreichen des Mindestalters von 18 Jahren erteilt werden. Die Probezeit verlängert sich in diesem Fall nicht.

Wenn der Fahranfänger ein Aufbauseminar besuchen muß, gelten die Auflagen des begleitenden Fahrens weiter. Gegebenenfalls muß der Begleiter bei der Fahrprobe anwesend sein.

Die Teilnahme an einem Aufbauseminar ist auch dann erforderlich, wenn der Fahrerlaubnisinhaber gemäß den Vorschriften über die Fahrerlaubnis auf Probe schon ein Aufbauseminar besucht hat.

Wird dem Begleiter die Fahrerlaubnis entzogen, kann er nicht mehr als Begleiter fungieren. Falls kein weiterer Begleiter in der Prüfbescheinigung des Fahranfängers eingetragen ist, kann dieser davon keinen Gebrauch mehr machen. Die Fahrerlaubnis ruht dann bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Dies gilt auch für die Zeit eines Fahrverbotes für den Begleiter.

Antragstellung

Für die Antragstellung auf Erteilung der Fahrerlaubnis (B, BE) bei der für Sie zuständigen Führerscheinstelle benötigen Sie folgende Unterlagen:

1. Antrag auf Erteilung der Fahrerlaubnis (Fahrschule)

2. Paßbild

Unterschiedlich in den einzelnen Landkreisen:

Im Wetteraukreis muß der Antrag mit Paßbild erst von der Gemeinde (Bürgerbüro) bestätigt werden.
Der Bewerber muß dort persönlich vorsprechen und eine Unterschrift leisten.

Im Kreis Gießen wird das auf der Führerscheinstelle erledigt.

3. Sehtest (Optiker, Augenarzt)

4. Sofortmaßnahmen am Unfallort oder 1.Hilfe (DRK oder eine andere Organisation)

 

zusätzlich bei Führerschein ab 17:

5. Antrag auf Teilnahme am Modellversuch (Fahrschule)

6. Zustimmung des gesetzlichen Vertreters (Fahrschule)

7. je ein Beiblatt für eine Begleitperson (Fahrschule)

 

Die kompletten Antragspapiere sind von einem gesetzlichen Vertreter persönlich auf der Führerscheinstelle abzugeben.

Bitte die Ausweispapiere nicht vergessen!

Bei Fragen oder Problemen können Sie sich gerne an uns wenden. Wir beraten Sie und helfen Ihnen gerne weiter.

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